Nagolder Landesmissionsfest inspiriert und bewegt

Mission – ein Weg aus der Hoffnungslosigkeit in dieser Welt. So sieht es Prof. Dr. Volker Gäckle, Rektor der Internationalen Hochschule Liebenzell. In seiner Predigt beim Landesmissionsfest in Nagold betonte er, dass Mission längst keine Einbahnstraße mehr sei: Von dort, wohin Europäer in den letzten Jahrhunderten den christlichen Glauben hinbrachten, kommen nun Christen zurück. »Reden wir darüber, was unser Herz erfüllt, und seien wir bereit, von anderen zu lernen«, appellierte Gäckle. Die Illusion, dass wir die Welt im Griff hätten, müsse der Erkenntnis einer Machtverschiebung weichen: »Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.« Dieser Anspruch Jesu sei eine Zusage: »Jesus kann Türen öffnen.«

3000 Besucher nahmen insgesamt am Landesmissionsfest teil, schätzt der Nagolder Dekan Ralf Albrecht. Zum Festwochenende am 11. und 12. Juni gehörten auch Fach-Vorträge und Podiumsdiskussionen im Vorfeld des eigentlichen Festes. Der Festsonntag begann mit einem großen Gottesdienst in der Stadtkirche in Nagold und mit insgesamt 18 Gottesdiensten mit Gästen aus aller Welt im Kirchenbezirk Nagold.

Schon am Samstag, zum Auftakt des Festwochenendes, füllten über 120 Besucher die »Wachsende Kirche« Nagolds. Dr. Gisela Schneider, Vorsitzende der »Württembergischen Arbeitsgemeinschaft für Weltmission« (WAW), einem Zusammenschluss von über 50 Missionsgesellschaften in der evangelischen Landeskirche, machte in ihrem Eröffnungswort deutlich: »Mission hat heute einen neuen globalen Kontext. Es gibt nicht mehr das ›Dort‹ und das ›Hier‹. Wir sind Eine Welt geworden!«.

Eine weitere starke Botschaft kam von Bischof Jeevan Komanapalli aus Indien. Er hat einst in Deutschland studiert, ist dann aber in seine Heimat  zurückgekehrt. Heute arbeitet er in der Leitung der Nethanja-Kirche mit über 100.000 Mitgliedern. Die Botschaft von Christus, so Bischof Jeevan, sei in Indien besonders wichtig, weil sie alle Menschen als gleichwertig sieht, auch die von der Gesellschaft ausgestoßenen »Unberührbaren«. Er erzählte von den beinahe alltäglichen Wundern im Dschungelgebiet und in den Slums von Indien. »Wir dürfen unserem Schöpfer alles zutrauen. Er kann aus Krankheit und Elend erretten, wie dies auch heute in unseren Waisenheimen und Krankenhäusern geschieht.«

Der Inder setzte seine bewegende Ansprache unbeeindruckt fort, als es plötzlich zu regnen anfing – von einem Helfer gut beschirmt. Auch die Posaunenbläser trotzten dem Regenschauer mit dem Stück »No problem«, während das Ehepaar Katz geflochtene Weidenherzen als Zeichen der – auch im Regen – wachsenden Liebe und Hoffnung verteilte.

In der Stadthalle und im Otto-Hahn-Gymnasium und damit im Trockenen ging das Programm dann weiter: Workshops zu Themen aus dem Bereich der Mission und eine große Ausstellung in der Stadthalle lockten ein wachsende Zahl von Besuchern an.

Ein musikalisches Highlight am Samstagabend bot die Kantorei mit dem modernen Oratorium »Hiskia« unter der Leitung von Kirchenmusikdirektorin Eva-Magdalena Ammer in der Stadtkirche. 100 Mitwirkende führten das von Christoph Schönherr komponierte Werk auf, das klassische Musik mit Elementen aus Jazz und Swing verbindet. Lang anhaltender Applaus bestätigte dem Chor, den Solisten und den Instrumentalisten eine gelungene Darbietung. Der Schwarzwälder Bote zog das Fazit: »Es war ein grandioser konzertanter Abend, der sämtliche Erwartungen weit übertroffen hat.« Für das jüngere Publikum legte DJ Faith in Gregors Tanzschule bis in die Nacht hinein heiße Beats auf.

Obwohl von der »Mission Europameister« bis zum »Mission Statement« in den Firmen das Wort in aller Munde sei, »ist christliche Mission ein verdächtiges Unternehmen geworden«, so Volker Gäckle in seiner Predigt am Sonntagmorgen. Doch Mission ist weit besser als ihr Ruf und bietet – wie eingangs erwähnt – Wege aus der Hoffnungslosigkeit. »Mission erweitert die Freiheit.«

In den über 20 Workshops am Sonntag ging es dann darum, voneinander zu lernen. Gäste aus Polen, Ghana und anderen Ländern luden zum Mitdenken und Lernen ein.  Neue Perspektiven, ermutigende Gemeinschaft und ein fröhliches Miteinander auch beim Essen, der Missionsausstellung und vielen anderen Angeboten in und um die Stadthalle gipfelten dann im Missionsfestival: Canon Francis Omondi aus Kenia bekräftigte in der Stadtkirche, dass die Gute Nachricht auch heute zu denen gebracht werden müsse, die sie nie gehört haben. Dies betreffe auch die Flüchtlingssituation in Deutschland. Es werde etwas kosten, diese Menschen aufzunehmen, ihnen zu dienen: »Christen müssen ihr Kreuz auf sich nehmen, wie dies Jesus gefordert hat«.

Der Evangelische Landesbischof Dr. Frank Ortfried July stellte sich dann als »Papa Bischof« vor. Denn so würden ihn die Kinder in Tansania bei seinen Besuchen nennen! Das höre er in Württemberg eher selten, erklärte er schmunzelnd. Aber es mache deutlich: Christen seien seit Beginn der Kirche schon Weltbürger! Kirche können nie lokal begrenzt verstanden werden, denn sie sei für alle Zeiten mit dem großen Auftrag gegründet, das Evangelium bis an die Enden der Welt zu bringen! So war es auch stimmig, dass zum Abschluss und Höhepunkt des Landesmissionsfestes insgesamt 15 Frauen und Männer aus Nagold und Württemberg mit einem Segen hinausgesandt wurden in die »Eine Welt«.

Das Landesmissionsfest endete mit dem Lied »Nun danket alle Gott« und dem ganz Nagold erfüllenden Glockengeläut der Stadtkirche und des »Alten Turms« der ehemaligen Liebfrauenkirche. »Eine Mission. Eine Welt.« – unter diesem Motto haben Christen in Nagold neue Inspiration bekommen, die Botschaft von Jesus in die Welt hinaus und in ihre unmittelbare Nachbarschaft zu tragen, auch zu den vielen neuen Nachbarn, die wir in den letzten Monaten bekommen haben.

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