Bekenntnisse der evangelischen Kirche

Christen bekennen ihren Glauben vor Gott und vor der Welt. Viele Bekenntnisse einen die unterschiedlichen Konfessionen, andere weisen die Unterschiede auf.


Neben den Bekenntnissen aus der Zeit der Alten Kirche und der Reformation haben auch Glaubenszeugnisse aus dem 20. Jahrhundert bleibende Bedeutung erlangt.


Zwei grundlegende Dokumente der Christenheit fassen die zentrale biblische Verkündigung in einigen Kernsätzen zusammen: das Apostolische Glaubensbekenntnis, das aus der altkirchlichen Taufpraxis hervorgegangen ist, und das Nizänische Glaubensbekenntnis, das im Geist der Ökumenischen Konzile von Nizäa im Jahr 325 und Konstantinopel im Jahr 381 den Dreieinigen Gott und die Erlösungstat Christi näher umschreibt. Beide Glaubensbekenntnisse dienen konfessionell und ökumenisch als gottesdienstlicher Lobpreis Gottes und als theologisch verbindliche Lehraussage.


Christus spricht: Wer mich bekennt vor den Menschen, den will ich auch bekennen vor meinem himmlischen Vater. (Matthäus 10,32)


Die evangelischen Bekenntnisse der Reformationszeit verdanken sich unterschiedlichen Anlässen.


Als Anleitung zur Auslegung der Heiligen Schrift und Einübung im Glauben schrieb Martin Luther 1529 den Großen Katechismus für Theologen und Gemeindepfarrer und den Kleinen Katechismus für die breitere Öffentlichkeit, für Schule und Haus. Dieser Kleine Katechismus trägt durch seine praxisorientierte Konkretheit und seinen rhythmischen Sprachfluss bis heute zur Einprägsamkeit der Glaubensinhalte bei.

Zur Lösung der drängenden Religionsfragen und öffentlichen Anerkennung der lutherischen Reformation verfasste Philipp Melanchthon das Augsburger Bekenntnis, das am 25. Juni 1530 in Augsburg vor dem regierenden Kaiser Karl V. und dem versammelten Reichstag lateinisch und deutsch verlesen und von einer Gruppe evangelischer Fürsten und Reichsstädte unterzeichnet wurde. Für viele Landeskirchen ist es zur Bekenntnisgrundlage geworden.


Als Glaubenszeugnisse aus dem 20. Jahrhundert haben die Theologische Erklärung von Barmen und die Stuttgarter Schulderklärung bleibende Bedeutung erlangt.


Es ist zwar zu sagen, dass sich die württembergische Landeskirche nie auf bestimmte Bekenntnistexte festgelegt hat. Aber ein Blick in das Gesangbuch (S. 1483ff.) macht doch deutlich, dass man sich normativ verbunden weiß den beiden altkirchlichen Bekenntnissen, den entscheidenden Texten der lutherischen Reformation wie auch der Theologischen Erklärung von Barmen und der Stuttgarter Schulderklärung.