Bezirkssynode

Regelmäßig tagt die Bezirkssynode des Evangelischen Kirchenbezirks Nagold.

Die Bezirkssynode ist das oberste Entscheidungsgremium im Kirchenbezirk.


Der Bezirkssynode gehören die von den Kirchengemeinderäten gewählten Bezirkssynodalen an. Ferner gehören zur Bezirkssynode der Dekan, der Schuldekan, die Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenbezirks, die Kirchenbezirksrechnerin und je ein Vertreter für die Männerarbeit, die Frauenarbeit, die Seniorenarbeit und die Jugendarbeit. Damit hat die Nagolder Bezirkssynode insgesamt 66 Mitglieder.


Ein Gremium dieser Größe kann die laufenden Geschäfte eines Kirchenbezirks nicht führen. Deshalb wählt es aus seiner Mitte einen Kirchenbezirksausschuss.

Bericht von der Frühjahrssynode 2017

Nagold, 11. März 2017. Auf der Frühjahrssynode des Kirchenbezirks Nagold standen drei Themen zur Diskussion, die für die Zukunft von Bedeutung werden: Neue Ideen zu den Visitationen, Informationen zu den Kooperationsgesprächen zwischen den Kirchenbezirken Calw und Nagold und erste Überlegungen zum Pfarrplan 2024. Dekan Ralf Albrecht und Bezirkssynodenvorsitzender Ulrich Hölzle leiteten die Bezirkssynode des Evangelischen Kirchenbezirks.

Alle acht bis zehn Jahre werden die Kirchengemeinden des Evangelischen Kirchenbezirks Nagolds visitiert. So sieht es die landeskirchliche Visitationsordnung vor. Die Verantwortlichen des Kirchenbezirks Dekan Albrecht und Schuldekan Thorsten Trautwein besuchen die Kirchengemeinden und machen eine Bestandsaufnahme der Arbeit der Kirchengemeinden vor Ort. Sie wollen damit die Arbeit der Kirchengemeinden wertschätzend wahrnehmen und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dekan Albrecht stellte nun bei der Bezirkssynode Ideen für eine veränderte Vorgehensweise beim Ablauf einer Visitation vor. Bisher war es üblich, dass die Kirchengemeinde sich und ihre Arbeit in einem Gemeindeforum vorstellten, dann folgte eine Besuchswoche mit vielen Gesprächen und schließlich folgten noch Beratungsgespräche und Rückmeldungen. Die Visitation endete mit einem Abschlussgottesdienst. Nun gibt es Überlegungen, die Visitationen neu zu ordnen. Ein besonderes Augenmerk solle in Zukunft auf der Schärfung von Auftrag und Profil der Gemeinden liegen. Wie werden Ressourcen eingesetzt und für welche Aufgaben? Welche Zielgruppen sind im Blick? Auch der Außenblick von Personen aus dem Ort, von Vereinen und anderen soll neues Gewicht bekommen. Die Gastfreundlichkeit der Gemeinden sei, so Dekan Albrecht, besonders wichtig. Wie pflegen die Kirchengemeinden die Beziehungen zu anderen Gemeinden? Welche Beziehungen bestehen vor Ort? Die örtlichen Gegebenheiten sollten ebenfalls wahrgenommen werden. Die neuen Fragestellungen sollten neue Impulse für die Kirchengemeinden mit sich bringen.

Der zweite größere Tagesordnungspunkt betraf die Kooperation der beiden Kirchenbezirke Calw und Nagold. Die Bezirke kooperieren in einer Vielzahl von Arbeitsfeldern, so informierte Bezirkssynodenvorsitzender Hölzle die Synodalen. So arbeiten die Kirchenbezirke in diakonischen Aufgaben, im Diakonischen Verband im Landkreis Calw zusammen. Dazu zählen die Schuldnerberatung, die Ehe und Familienberatung Schwangerschaftsberatung, Kindergartenträgerschaft, Kindergartenfachberatung, Flüchtlingshilfe, Pflegeelternberatung. Auch auf anderen Ebenen wird kooperiert. Die Ev. Erwachsenenbildung wird gemeinsam getragen, die Kirchliche Verwaltungsstelle und auch das Schuldekanat sind bereits für die Kirchenbezirke Calw, Neuenbürg und Nagold zuständig. Auch in der Notfallseelsorge  und Gehörlosenseelsorge arbeiten die Bezirke zusammen. Potential gibt es, so Ulrich Hölzle, in den Bereichen Distriktarbeit, Pfarrdienst und Pfarrplan. Hier könnte auch bezirksübergreifend gedacht werden. So sei es auch folgerichtig, die Verhandlungen über eine mögliche Fusion der Kirchenbezirke Calw und Nagold weiterzuführen, wie dies in der Herbstsynode 2016 schon beschlossen worden sei. Die Bezirkssynode wird über die weiteren Verhandlungen informiert. Am Ende der Beratungsprozesse könne dann eine Entscheidung dafür oder dagegen gefällt werden.

Dekan Ralf Albrecht informierte über die Zielzahl des Pfarrplans 2024: Die Landeskirche in Württemberg, also auch der Kirchenbezirk in Nagold, müsse sich den Herausforderungen des demographischen Wandels in Bezug auf die Gemeindeglieder, aber auch in Bezug auf die Pfarrerinnen und Pfarrer stellen. Es sei nötig, in den kommenden Jahren und Jahrzehnten die nötigen Strukturveränderungen vorzunehmen, um auf die zu erwartenden Veränderungen vorbereitet zu sein. Es wird weniger Gemeindeglieder und auch weniger Pfarrstellen geben. Die finanziellen Voraussetzungen und auch die Vergleichbarkeit von Pfarrstellen wird dies nötig werden lassen. Damit die Verteilung der besetzten Pfarrstellen sich nicht ungleichgewichtig verlagere, müssten Angebot und Nachfrage von Pfarrstellen in etwa ausgeglichen sein. Für den sogenannten Pfarrplan 2024 hat die Bezirkssynode einen Pfarrplansonderausschuss eingerichtet, der der Synode entsprechende Veränderungen vorschlagen soll. Entscheidungshoheit liegt zunächst bei der Bezirkssynode, letztlich jedoch bei der Landessynode der Evangelischen Kirche in Württemberg.